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alles wieder offen

Einstürzende Neubauten - alles wieder offen

english
Einstürzende Neubauten’s music has always created its own cosmos, but with “Alles wieder offen” this cosmos is wider than ever before. And the stars within it are shining brighter.

Encouraged possibly by the title of the CD “Silence is sexy” of 2000, the word was that Einstürzende Neubauten have become calmer, quieter even. “Alles wieder offen” blows this assumption out of the water. It is in every aspect an urgent and compelling album. The reason for this is that the instruments do not, as they used to, exhaust themselves by a consumptive struggle against each other, but instead unleash a previously unknown fusion of conventional as well as Einstürzende Neubauten-typical instruments. Especially noticeable are the vibraphone, the hammond-organ and the clever string sections. After almost three decades the musicians here seem to be in a state of euphoria encouraged by their own seemingly endless possibilities.

Working outside normal record business market mechanisms, Einstürzende Neubauten have recorded a CD during an incredible 200 days in their own studio, whose subject is relocation, change, loss, vanitas or generally the passing of time, and which can still be called entertainment art.

The album is a long glance back, a kind of self-assurance, and it reaches a point where “All (is) open again”. This might be positive, it might perhaps be frightening, but it is above all one thing: brave.

(Abstract of NO BEATUY WITHOUT DANGER by Thomas Kolitsch, July 2007)

deutsch
Die Musik der Einstürzenden Neubauten bildete stets ihren eigenen Kosmos, aber auf Alles wieder offen ist dieser Kosmos größer als je zuvor. Und die Sterne darin leuchten heller.
Vielleicht hervorgerufen durch den Titel ihrer 2000er CD Silence is sexy, ging die Legende, dass die Neubauten ruhiger oder gar leiser geworden wären. Alles wieder offen tritt dieser Annahme mit einer selbstverständlichen Entschlossenheit entgegen, die staunen macht. Es ist ein in jeder Hinsicht dringliches, ja zwingendes Album. Der Grund dafür ist, dass die Instrumente nicht mehr wie früher kräftezehrend gegeneinander kämpfend sich verausgaben, sondern ein bisher ungehörtes Miteinander von herkömmlichen und Neubauten-typischen Instrumenten entfesseln. Dabei fallen besonders das Vibraphon, die Hammond-Orgel und die geschickten Streichersätze auf. Nach fast drei Dekaden sind die Musiker hier wie euphorisiert von ihren eigenen scheinbar endlosen Möglichkeiten.

Absichtlich abseits aller Marktmechanismen haben sie an unglaublichen 200 Tagen Aufenthalt im eigenen Studio eine CD aufgenommen, die sich mit Ortswechseln, mit Veränderung, Verlust, Vanitas oder ganz allgemein mit dem Vergehen von Zeit beschäftigt und trotzdem Unterhaltungskunst bleibt. Das Album ist ein langer Blick zurück, eine Selbstvergewisserung, und es findet sich an einem Punkt wieder, an dem Alles wieder offen ist. Das mag positiv sein, das mag, vielleicht, beängstigend sein, aber es ist vor allem eines: wagemutig.

(Auszug aus KEINE SCHÖNHEIT OHNE GEFAHR von Thomas Kolitsch, Juli 2007)

CD 904432 / c + p 2007

TRACKLIST
  1. Die Wellen
  2. Nagorny Karabach
  3. Weil Weil Weil
  4. Ich hatte ein Wort
  5. Von wegen
  6. Let's do it a Dada
  7. Alles wieder offen
  8. Unvollständigkeit
  9. Susej
  10. Ich warte
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